Exkursion zum Reichsparteitagsgelände der W-Seminare Geschichte

Noch heute zeugen auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände im Süden Nürnbergs gigantische Baureste vom Größenwahn des nationalsozialistischen Regimes, wovon sich die Schülerinnen und Schüler der beiden W-Seminare im Fach Geschichte innerhalb einer Exkursion in die „Stadt der Reichsparteitage“ selbst überzeugen konnten.

Von 1933 bis 1938 hielt die NSDAP hier ihre Reichsparteitage ab, die als gewaltige Massenveranstaltung von der Propaganda zur Inszenierung der „Volksgemeinschaft“ genutzt wurden. Bis zu einer Million Besucher wohnten dem riesigen Spektakel bei, in dessen Mittelpunkt der „Führer“ Adolf Hitler stand, der sich pseudoreligiös als Messias ins Licht rückte.

Bei unserem Besuch in Nürnberg konnten wir nun selbst einen Einblick in den Größenwahn des Regimes gewinnen, indem wir die Bauten der Nationalsozialisten vor Ort besichtigten. Auch wenn die meisten der vom Chefarchitekten Albert Sperr entworfenen Gebäude nicht fertigstellt wurden, machten die Überreste und erhalten gebliebenen Pläne dennoch einen gewaltigen Eindruck auf uns, der uns nachdenklich stimmte.

So etwa die unvollendet gebliebenen, für 50.000 Menschen ausgelegten Kongresshalle, deren Fassade aufgrund der angebrachten Granitplatten, die teilweise aus dem Konzentrationslager Flossenbürg stammen, nicht nur an das Kolosseum in Rom erinnert, sondern v.a. den Gigantismus des NS-Regimes versinnbildlicht.

Dass die NS-Diktatur bei ihrer Machtdemonstration die damalige Bevölkerung massiv manipulierte, wurde u. A. in der Dauerausstellung „Faszination und Gewalt“ thematisiert, die sich mit den Ursachen, Zusammenhängen und Folgen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft befasst und im Anschluss an die Geländebegehung von uns besucht wurde.

Der Besuch des Reichsparteitagsgeländes ermöglichte uns damit nicht nur einen Einblick in das Gewaltregime und dessen Mobilisierung der Massen zu gewinnen, sondern vermittelte auch wichtige Erkenntnisse, die für die Weiterarbeit in unseren W-Seminaren „Die Geschichte des Terrorismus“ und „Der schöne Schein des Dritten Reichs – Faszination und Gewalt innerhalb der NS-Propaganda“ fruchtbar gemacht werden können.

Lisa BÄR

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