Was uns kleine Tiere über die Saale verraten

Am 19. Juli fand der letzte große Forschertag dieses Schuljahres für die Fünftklässler aus den Forscherklassen der 5a und 5b in Joditz statt. Ziel war die Einstufung der Gewässergüte der Saale mit Hilfe von Methoden, wie sie auch von Wissenschaftlern des Bayerischen Landesamtes für Umwelt angewendet werden.
Um 8.30 Uhr starteten 38 neugierige und erwartungsfrohe Forscherinnen und Forscher, fünf begleitende Lehrkräfte und vier Tutorinnen vom JCRG aus mit einem Bus in Richtung Joditz. Ausgerüstet mit Gummistiefeln oder Aquaschuhen sowie mit Keschern und Küchensieben kam die Gruppe nach einem 15minütigen Fußmarsch an der Saale unterhalb der kleinen Brücke hinter dem Campingplatz an. Die Neugier und die Erwartungen an den bevorstehenden „Wassertag“ waren groß, und die Kinder staunten nicht schlecht, als wir von den drei Mitarbeiter des Landesamtes für Umwelt bereits in einem „mobilen Labor“ am Saaleufer empfangen wurden. Nach einer kurzen Vorstellung und Begrüßung wurden zwei gleich große Gruppen gebildet, von denen die eine zunächst mit Pflanzenbestimmungsübungen und kreativen Spielen auf einer benachbarten Wiese den Tag begann.
Die erste Forschergruppe wurde sodann von Julia Wrede, Katharina Kaetzel und Jonas Jungmann, drei Mitarbeitern des Referates „Ökologie der Fließgewässer“ am Bayerischen Landesamt für Umwelt, in die bevorstehenden Aufgaben und Arbeiten eingewiesen. An verschiedenen Stellen der Saale wie an Pflanzenbewuchs, Holz bzw. an Kiesstellen sollten möglichst viele kleine wirbellose Tiere gekeschert und in Eimern und Wannen untergebracht werden, um sie hinterher bestimmen und auf einem Poster registrieren zu können. Unser Rettungsschwimmer, Herr Kuhbandner hatte das nun folgende bunte Treiben in dem höchstens knietiefen Abschnitt der Saale von der Brücke aus immer im Blick. Der Sammeltrieb der Kinder musste nach ca. einer Stunde erst einmal gestoppt werden, um den Zeitplan für beide Gruppen an diesem Vormittag einhalten zu können. Mit Hilfe des Bestimmungsfächers „Tiere in Bach und Fluss“ analysierten die Kinder ihre Funde. Auch die Becherlupen und die zwei Mikroskope wurden eifrig benutzt, um die kleinen Lebewesen genau mit den Beschreibungen vergleichen und ihre genaue Bezeichnung herausfinden zu können. Jeder so identifizierte Flussbewohner wurde auf einem Bewertungsplakat mit einem schwarzen Klebebutton registriert. So war es auch kein Wunder, dass viele der kleinen Forscherinnen und Forscher gar nicht aufhören wollten, als es schließlich hieß, die Arbeit einzustellen und ein Fazit zu ziehen. Nach den gefundenen Tieren je Güteklasse ergab sich ein guter bis mäßiger Zustand der Saale als Lebensraum. Und die Kinder hörten zu ihrer Freude, dass die Mitarbeiter des Landesamtes bei eigenen Untersuchungen zu einem ganz ähnlichen Ergebnis gekommen waren.
Danach erfolgte der Wechsel der Gruppen und gegen 12.15 Uhr war dieser sehr interessante und bei den sommerlichen Temperaturen auch sehr angenehme Forschertag im und am Wasser beendet. Neben einem eigenen Bestimmungsfächer nahmen die Kinder viele Eindrücke aus einem ihnen bisher noch nicht bekannten Forschungsgebiet mit nach Hause.
Wir hoffen, dass wir diese sehr erfolgreiche Kooperation mit dem Landesamt für Umwelt auch in Zukunft fortsetzen können.

20180719Wassertag