Exkursion nach „Little-Berlin“

Ein Thema, das für die Eltern- und Lehrergeneration sicherlich noch einen Bezug zur persönlichen Biographie haben dürfte, ist für die heutige Schülergeneration ganz weit weg und meist ohne direkte Relevanz für das eigene Leben: die deutsche Teilung.

Aus diesem Grund gehört es inzwischen schon zu den Traditionen des Reinhart-Gymnasiums, dass alle Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe das Deutsch-Deutsche Museum Mödlareuth besuchen, um einen nicht unwesentlichen Teil der Geschichte Deutschlands und nicht zuletzt der Hofer Region genauer unter die Lupe zu nehmen.
Nach dem Kennenlernen der besonderen Geschichte des auch als „Little-Berlin“ bekannten Dorfes sichteten die Schüler Auszüge aus einer Akte, die nach einer geglückten Flucht eines Mannes über die Mödlareuther Mauer vom Ministerium für Staatssicherheit angelegt worden war. Durch diese besondere Form der Quellenarbeit konnten die Schülerinnen und Schüler eine sehr anspruchsvolle Art historischer Quellen kennenlernen und sich dabei letztendlich auch erschließen, wie der Staat DDR gearbeitet hat, wenn Menschen das Land verlassen wollten.
Für die Jugendlichen dürfte die Exkursion sicherlich auch bereits als erste thematische Vorbereitung auf die Berlin-Exkursion im Juli angesehen werden, wo im Rahmen der historisch-politischen Studienfahrt auch diese Aspekte beleuchtet werden. Vielleicht kann das ja dazu beitragen, dass die Jugendlichen ein Stück mehr von dem Teil der Geschichte verstehen, der für ihre Eltern und Lehrer prägend war.

Jochen FRANK

20190224Moedlareuth