Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Am 21.03.2019 stand die alljährliche Exkursion der 9. Klassen zur KZ-Gedenkstätte Flossenbürg an.
Noch bevor wir am ehemaligen Lager ankamen, sahen wir auf dem Weg erste Bauten, wie die alten Häuser der SS-Wachmänner oder den Ort des Bahnhofes, an welchem die damaligen Häftlinge ankamen. Unsere Gruppe entfernte sich zuerst wieder ein Stück vom ursprünglichen KZ-Gelände und besichtigte zuerst den Steinbruch, der heute noch in Betrieb ist und in dem damals durch die Häftlinge Granit abgebaut wurde, welcher für den Bau von zahlreichen Bauten in ganz Deutschland verwendet worden war. Daneben sahen wir auch das dazugehörige Verwaltungsgebäude. In diesem Steinbruch mussten damals bis zu 7000 Gefangene Schwerstarbeit vollbringen, wobei viele an Erschöpfung oder Unfällen, wie herabfallenden Steinen, zu Tode kamen.
Wieder am KZ-Gelände angekommen, gingen wir durch das Eingangstor, wie die 100.000 Inhaftierten, von denen mindestens 30.000 starben. Wie unsere Rundgangsleiterin erläuterte, war das Lager in Flossenbürg jedoch kein Vernichtungslager, sondern ein reines Arbeitslager. Die meisten der zu Tode gekommenen Menschen starben aufgrund von Erschöpfung, Krankheiten oder Hungersnöten. Allerdings starben manche auch wegen Hinrichtungen, wie Erhängungen auf dem Appellplatz vor den Augen aller anderen Häftlinge, um diesen Angst zu machen. Von dort aus sahen wir auch die nachgezogenen Grundmauern der alten Baracken, in denen die Häftlinge „leben“ mussten, oder noch vorhandene Gebäude, wie die Wäscherei und die Lagerküche.
Nach der Besichtigung der Außenanlage gingen wir dann in die Wäscherei, in der früher die Häftlinge und ihre Kleidung nach ihrer Ankunft gewaschen wurden. Heute ist an diesem Ort eine Ausstellung, in der man zum Beispiel die Kleidung der Häftlinge betrachten kann. Des Weiteren konnte man anhand von ausgewählten Biographien ehemaliger Häftlinge erfahren, wie das Leben vor der Haft war und welche Gründe die Nationalsozialisten anführten, um die Menschen aus ihrem Alltag zu reißen. Wir besichtigten auch den fast noch im Originalzustand erhaltenen Duschraum, in dem die Gefangenen beim Duschen von den Kapos gequält worden sind.
Weiter ging es für uns zum sogenannten „Tal des Todes“, welches wir von einer Anhöhe aus überblickten. Wir sahen das Krematorium, in dem die Leichen verbrannt wurden. Nachdem diese aber zu viele wurden, sind sie einfach aufgehäuft und verbrannt worden. Da der Wind aus dieser Richtung zum Lager zog, konnte man damals den Gestank der Leichen deutlich riechen, was die Psyche der Insassen auch beeinträchtigte. Die Asche der Verbrannten wurde zuerst in Gruben im Wald vergraben, später aber in der Asche-Pyramide, auf der heutzutage Blumen blühen, aufbewahrt. Direkt neben dieser Pyramide gedenkt man mit Steintafeln der Nationen der Opfer.
Als letzten Programmpunkt sahen wir uns einen Film über überlebende Gefangene in einem gesonderten Raum der Wäscherei an. Dort berichteten diese über ihre Erlebnisse in Flossenbürg, was uns alle sehr bewegte. Einer der Erzähler war Jack Terry, der mit gerade einmal 14 Jahren bereits dort arbeiten musste und den Todesmärschen von Flossenbürg durch das Verstecken in einem Verbindungstunnel innerhalb des Lagers entkam und somit überlebte.
Da wir am Ende noch Zeit bis zu unserer Abreise hatten, durften wir das Gelände auf eigene Faust erkunden. Also sahen wir uns ein weiteres zum Teil erhaltenes Gebäude, das Gefängnis, an, in dem Insassen saßen, die im näheren Zeitraum am Appell-Platz hingerichtet wurden. Weiter noch erhalten gebliebene Gebäude waren das Casino oder die Lagerküche.
Immer wieder verwunderte uns auch, dass bereits neue Häuser am Gelände errichtet wurden oder eine Straße quer durch das ehemalige KZ verläuft. Hierzu erklärte uns die Rundgangsleiterin, dass man in der ersten Zeit nach der Auflösung des KZs alles dafür getan hatte, die schreckliche Vergangenheit zu vergessen und den aus den deutschen Ostgebieten Geflohenen bzw. Vertriebenen ein neues Zuhause bieten zu können.
Für uns alle war dieser Tag sehr lehrreich und wir sind uns einig, dass man die Vergangenheit nicht vergessen sollte und für die eigene Gegenwart Lehren daraus ziehen muss.

Laura Schmidt und Lisa Pawlik (9a)

20190409Flossenbuerg